Aachen braucht Kunst und Kultur

Zukunft für Aachen: nachhaltig, besonders, lebenswert

In Caféhausatmosphäre und dank sozialer Medien doch öffentlich, habe ich mit dem Kollegen und „Zukunftskünstler“ Uwe Schneidewind gesprochen. Er ist ein landesweit anerkannter Zukunftsforscher und jetzt Oberbürgermeisterkandidat für Wuppertal, wir beide sind gut vernetzt.

Das kreative Gespräch zusammen mit den Gästen Achim Kampker (PEM Motion GmbH und Gründer der Initiative: Ingenieure retten die Welt e.V.) und Marc Gschlössl vom AStA der RWTH gibt Energie für die Zukunftsgestaltung unserer Stadt. Eins wurde klar: Aachen hat das Zeug, eine exzellente Stadt mit Symbolkraft zu werden, weit über die Grenzen hinaus. Neutral fürs Klima, gesund für Mensch und Natur, klug, gut verwaltet, sozial gerecht gestaltet, wirtschaftlich stark und offen für alle Menschen, die hier leben und arbeiten.

Die Kunst und Kultur von Aachen braucht neuen Schwung und frische Ideen.

Zukunftskunst für Aachen

Lasst uns gemeinsam überlegen, was alles möglich ist. Und lasst es uns beherzt auszuprobieren und sichtbar umsetzten. Mit vielen guten Ideen, die Wirklichkeit werden, können wir uns den Lebensraum Stadt zurückerobern. Dazu brauchen wir alle Menschen in Aachen und drum herum: Für die Uni mit ihren klugen Köpfen kann Aachen zum Real-Labor werden und auch die kreativen Start Ups wollen sich ausprobieren und Ideen zur Produktreife bringen. Dabei liegt europäisch denken für Aachen auf der Hand, die Nachbarn haben viele Ideen, die wir uns anschauen sollten. Eine gute Verwaltung kann im Dschungel aus Regeln und Vorgaben clevere und nachhaltige Lösungen finden. Für diese Schlüsselrolle braucht sie mehr Unterstützung und Anerkennung. Die vielen guten Initiativen in den Quartieren sollen mehr Spielraum bekommen, um nah dran zu sein zu.

Zukunftskunst bedeutet: weg vom „Ja, aber…“ – hin zu einem „Ja, und …“. Wir wollen Teil der Lösung werden und nicht mehr Teil des Problems bleiben. Zukunftskunst bedeutet: sich der Schwarmintelligenz, dem Wissen der Vielen, zu öffnen. Erlauben wir uns hier in Aachen, Dinge auszuprobieren und Ideen wohlwollend Raum zu geben, ohne schon am Anfang zu wissen, wie der Weg genau aussieht. Das hat etwas Spielerisches.

Visionen und Ziele für Aachen

Meine Vision ist, dass die Menschen wieder ins Zentrum unserer Stadt rücken und an vielen unterschiedlichen Orten gerne sind und sich begegnen: Spielorte unter Bäumen, Repaircafés in den Quartieren, Kulturräume, Party und Musik. Das alles und noch mehr schwebt mir für Aachen vor.

Die Richtung stimmt und ich möchte mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass sich die Menschen aus den Welten „Uni und Stadt“ freier begegnen, kennenlernen und verzahnen. Gerne „übersetze“ ich, denn die Sprache ist oft schon eine Barriere. Politik muss solche Vernetzungen leichter machen. Als Oberbürgermeisterin will ich die Brücke zwischen Hochschule und Zivilgesellschaft sein.

Zugegeben, die Strukturen sind kompliziert geworden, aber hier in Aachen liegt uns so viel Potential zu Füßen und wir leben in einem überschaubaren Gebiet. Lasst es uns nutzen und sichtbar handeln. Da wird nicht im Handstreich die ganze Stadt umgekrempelt. Wenn wir erfolgreich neue Wege im Kleinen beschreiten, strahlt das aus und ist Ansporn für Großes. Denn da können wir erleben, dass Neues auch besser sein kann. Da wird nicht immer alles auf Anhieb klappen und wir werden lernen müssen. Das gehört dazu.

Als Oberbürgermeisterin möchte ich, dass Aachen eine Stadt der Möglichkeiten und gelebten Visionen wird. Die Menschen, die hier leben, sollen sehen: hier kann ich was machen, hier kann ich gut leben.

Ihre Sibylle Keupen

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